PICK 5 RECORDS, TELL US WHY: HOMEBOY SANDMAN.

Sandman

Als Rap-Musik Liebende interessiere ich mich nicht nur für aktuelle Veröffentlichungen meiner Liebsten oder diesen Status erreichen wollende Rookies, sondern auch für ältere Perlen, die man vielleicht irgendwo auf der Strecke vergessen hat, aber unbedingt noch mal entstauben sollte. Ganz besonders interessiere ich mich für die Referenzen, die ein Künstler während seiner Karriere so als prägende oder gar wegweisende Platten nennen. Einfach nur, damit ich mich dann auf die Suche machen kann. Vielleicht hört man ja Parallelen oder eine kleine Hommage? Wie ich finde, sehr spannend! Außerdem, kann ein guter Tipp, von einem gutem Menschen, nichts schlimmes sein. So zog ich also los mit „Pick 5 Records, Tell Us Why“ und schnappte mir als ersten den zugezogenen Steinwurf-Jungen Homeboy Sandman. Hier also seine Anspieltipps:

Music for Your Neighborhood – Jude Swift

Mein Vater hörte sich diese CD ständig an, als ich noch ein Kind war. 9 Tracks. Jeder einzelne davon unglaublich gut. Der gleichnamige Track auf dem Album ist eigentlich mein persönlicher Favorit, nur kommt „Mariscos“ mit so einer gewaltigen Ladung Swing um die Ecke, dass ich diesen Titel wohl als Besten betiteln muss. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, passt er so gar nicht zu meiner veganen Lebenseinstellung…
Ich möchte darauf hinweisen, dass irgendjemand die Bassline aus „Cold“ für eine Rap-Platte samplen sollte. Dies nur als Tipp meinerseits. Es gibt einen Track auf dieser Platte an den ich nur denken muss und schon könnte ich anfangen zu heulen! „Awaken Your Silence“ als Musik noch Musik war. Seufz.

The Mouse and the Mask – DangerDOOM

Da war dieses Mädel, das ich damals gedatet habe. Sie hat mich diesem Album näher gebracht. Seither habe ich mich intensiv mit der Musik von Dangermouse befasst und der Wunsch eines Tages mit ihm zu arbeiten ist über die Jahre gewachsen. „Crosshairs“ ist einer der besten Tracks aller Zeiten. Nicht mal eine Minute verstreicht und (MF) Doom hat eine imaginäre Gruppe gegründet, sie im nächsten Atemzug verdaut und ihre Scheiße dann bei eBay verkauft. Muss man lieben! „Old School“ kommt mit so einem monströs dickem Beat um die Ecke, großartig! Und der Feature Part von Kweli ist ebenfalls groß. Beats mit solch einem Charakter und vintage Doom Wahnsinn – für mich der perfekte Einstieg in all things Villain.

Lux DeVille – 8th W1 & PVD

8th W1 ist für mich einer der wohl begabtesten Wordsmiths im HipHop. Pat Van Dyke’s live Produktionen haben sowas beruhigendes und liebliches an sich, was komplett konträr zu der unsicheren und leicht verwirrten Art von 8thW1 steht. Ein einzigartiger Sound. Ich respektiere diesen Mann für seine aufgeschlossen ehrliche Art und dafür das er uns so einen tiefen Einblick in sein Leben gibt. 8thW1 kann offensichtlich nicht begreifen, warum er nur vereinzelt wahrgenommen wird. Hört euch das Album einfach mal an, ich wette euch wird es genau so gehen. (Auch ihr werdet feststellen, diese Musik ist nicht schlecht genug um sie in den Mainstream-Brei zu pushen.)

Time Out – The Dave Brubeck Quartet

Das hier ist eins der größten Jazz Alben aller Zeiten. Nur 7 Tracks. Alle phänomenal. Ich kann jeden dieser Titel auf meinem Saxophon spielen oder zumindest konnte ich das mal. Hört euch das Album an, es macht euch cooler, das verspreche ich euch.

Extinction Level Event – Busta Rhymes

Für mich persönlich ist Extinction Level Event Busta’s letztes großes Brett. „Genesis“, die Single war dope. „Anarchy“ hatte ein, zwei Tracks die ähnlich stark waren, aber E.L.E. war der Gipfel seiner Karriere. Sein Stil, die Texte, die Skits – alles an diesem Album ist perfekt aufeinander abgestimmt und sitzt einfach. Die Produktion ist einfach unfassbar! Als Busta im „Gimme Some More“ Video eine riesige Uhr in die Kamera hielt und danach ein Foto von Sidney Poitier zeigte, war das ein großer Moment im HipHop.
Ist es anstrengend sich dieses Album reinzuziehen, weil er ständig „Ni**er“ sagt? Ja, dennoch ist es ein großartiges Album.

Homeboy Sandmans neueste EP „All That I Hold Dear“ könnt ihr hier käuflich erwerben oder bei Spotify reinschnuppern.

@A_NILLI_A_NILLI.