PICK 5 RECORDS, TELL US WHY: JAMALL BUFFORD

Bekennender Weise bin ich großer Fan von nahezu allen Rappern, Gruppen und Crews von Detroit nach L.A und wieder zurück. Für die heutigen 5 habe ich mir einen meiner absoluten Favoriten Jamall Bufford ebenfalls bekannt als Buff1 geschnappt. Er gehört zu den wohl vielfältigsten MCs unserer Zeit und so ist es nicht verwunderlich, ihm als einen Part verschiedenster Bandkonstellation und Projekten wieder zu begegnen (Crown Royal, Athletic Mic League und eine Geheimprojektkonstellation, welche tatsächlich erstaunlicher Weise immer noch geheim ist?). Jedenfalls, hat der gute sich seit 2007 mehr oder weniger gar nicht erholt und konstant abgeliefert. Wem der Name nicht viel bis nichts sagt, sei gesagt: Nacharbeiten ist erlaubt und wünschenswert. Und nun die 5.

Stevie Wonder – Innervision

Es ist für mich nicht besonders einfach, nur ein Stevie Album an dieser Stelle zu nennen und dennoch ist „Innervision“ das sofort vor meinem geistigen Auge erscheint. Er hat eine besondere Art, auf rührende Weise sozial-kritische Themen in seinen Texten zu behandeln, ohne jemals moralisierend zu klingen, was ich sehr bewundernswert finde. Genau das strebe ich als Rapper an. Stevie kann einen Song schreiben, der für jeden primär als Partysong durchgeht und gleichzeitig hat er eben was zu sagen. Vieler solcher Songs findet ihr auf dem „Innervision“ Album. Noch ist es mir nicht möglich, mich auf einer Messlatte mit Stevie zu betrachten und vermutlich brauche ich noch eine ganze Weile. Dennoch ist es mein größter Ansporn einmal in seine Fußstapfen zu treten.
Ich hörte damals Ginuwine’s „I’ll Do Anything/I’m Sorry“ (1997) bevor ich „Visions“ (1973) von Stevie hörte. Als ich dann viel später, das muss 2003 gewesen sein, dann die „Innervisions“ CD kaufte und mit erstaunen feststellte, dass Timbaland jenen Song geflippt hat, war ich mehr als angenehm überrascht. „Too High“ kann ich als Anspieltipp an dieser Stelle nennen, weil es ein unfassbar guter Song ist und auch „Golden Lady“ solltet ihr euch anhören, der Song ist wunderschön. Ich liebe einfach das Ganze Album.

Prince – Sign O’ The Times

Frag mich bitte nicht, ob das nun die beste Veröffentlichung war, die Prince jemals rausgebacht hat…Fakt ist: die Sounds, die ihr auf diesem Album hört sind der pure Wahnsinn! Wenn ihr mich fragt, hört man auf dieser Platte einen unbeeinflussten und auch einen unnachahmbaren Prince. Der Weg, den dieses Album vielen Künstlern eröffnet hat, ist einzigartig. Und weil ich hohen Wert auf gute Texte lege, muss ich auch hier sagen, der Mann hat was zu erzählen – hört mal hin.

Outkast – ATLiens

Ungelogen das wichtigste Album, meiner gesamten Rap-Karriere. Das meist beeinflussendste Album meiner Karriere. Das Artwork, das Konzept, die Musik, das gesamte Paket eben. Ich kaufte es mir direkt am Tag der Veröffentlichung und kann mich noch gut daran erinnern, wie ich es mir auf der Boombox anhörte und dachte „Was. Ist. Das?“ Es haute mich komplett um! Ich will nicht mal weiter drüber berichten, hört es euch doch bitte an, ihr faulen. Haha.

Little Dragon – Little Dragon

Ich glaub, ich hab’s Mayer Hawthorne zu verdanken, jemals dieses Album in den Finger gehalten zu haben. Das muss kurz nach der Erscheinung in 2008 gewesen sein. Yukimi’s Stimme ist unvergleichlich und fast magisch. Als ich Little Dragon dann 2009 in Detroit live sah, war alles aus und ich angefixt.

Slum Village – Fantastic Vol. 2

ATLiens ist zwar das beste Album aller Zeiten für mich und dennoch muss ich wohl gestehen, dass Vol. 2 öfter bei mir lief. Dieses Album ist perfekt, weil es so unterhaltsam ist. Ich glaub, ich hab’s mir damals erst recht spät besorgt, ca. ’99. Damals lebte ich in New York mit meinen den Jungs der Athletic Mic League dort. Wir sind immer wieder zurück nach Detroit und irgendeiner von uns muss das gute Stück wohl aus Detroit dann mitgebracht haben. Es war so anders, als alles andere was wir aus New York kannten. Vor diesem Album war New York für uns der zu erklimmende Gipfel. Wir waren fixiert und bedacht darauf, lyrisch besser zu werden. Fantastic Vol. 2 aber lehrte uns in gewisser Weise, dass nicht nur der Texte sitzen müssen, sondern der Groove und diese Atmosphäre, der Vibe ebenso wichtig ist. Die Platte war wohl der größte Einfluss auf unseren ersten Release als Athletic Mic League namens „Sweats and Kicks“ Und selbstverständlich war Jay Dee ein ebenso wichtiger Einfluss produktionstechnisch für meine Gruppe 14KT, Mayer Hawthorne, Tres Styles und Vaughan T. Vor Vol. 2 war der Premo unser Richtwert. Danach versuchten wir mehr oder weniger verzweifelt eine gute Mischung aus Premo und Dilla für uns zu kreieren. Sehr einfaches Ziel auch, haha!

An dieser Stelle möchte ich auf das jüngste und diese Woche über die Mellow Music Group releaste Solo-Album „Victim Of A Modern Age“ hinweisen. Hier könnt euch das gute Stück digital oder auch gern physisch kaufen.
Als Anspieltipps empfehle ich wärmstens „Walk On Clouds“, „Nineteen“, „Love & War“ feat. Vaughn T., Tres Styles & Grand Cee und den gleichnamigen Titel „Victim Of A Modern Age“.

Cheers!

@A_NILLI_A_NILLI.