REVIEW: M.I.A. – MATANGI (ALBUM).

Matangi

Normalerweise wäre ich der erste, der euch erzählt, „Arular“ und „Kala“ von M.I.A. sind Alben, die man nicht wiederholen und nicht wieder erreichen kann, aber Hölle verdammt, das ist absolut überragend. Ein variabler Sound, der sich dennoch anfühlt wie aus einem Guss. Deswegen möchte ich hier auch nicht in mein normales Track für Track Schema verfallen. Das ganze Album klingt überproduziert im besten Sinne. Alle Beats klingen kraftvoll und manchmal dreckig übersteuert, so wie ich es von Frau Arulpragasam erwarte. Gespickt ist das Ganze mit orientalisch/indischen Samples, die ich beim besten Willen nicht zuordnen kann, dem Ganzen aber einen Sound geben, den ich am besten mit dem Klischee einer lauten orientalischen Stadt beschreiben kann. Wenig geordnetes aber extrem spannendes Chaos. Die Protagonistin fügt sich diesen kaum zu bändigen Beats mit lauten, schnellen Raps und oftmals manipulierter Stimme. Ist euch das blumig genug? Tatsächlich hört es damit auch nicht auf und je öfter man es hört, desto mehr klar hörbare Einflüsse erschließen sich. Zu viele um sie aufzuzählen und auch zu schade um es zu spoilern. Um im Bild der orientalischen Stadt zu bleiben: Auf diesem Album gibt es extrem viel zu sehen, also verlasst mal eure Comfort Zone.

Nachdem schon lange veröffentlichten „Bad Girls“ wird es dann kurzzeitig noch lauter und wie geradewegs aus einem Major Lazer/Mad Decent trappigen Dancehall Mix. Man muss das mögen, aber wenn man es mag, liebt man es. Herausheben möchte ich dabei vor allem „Double Bubble Trouble“, einem von The Partysquad produzierten Brett.

Alles in allem ist „Matangi“ ein lautes, buntes und chaotisches Album, was einem im besten Sinne reizüberflutet. Ja, es ist anstrengend, aber wenn man sich darauf einlässt, erlebt man hier sehr viel. Definitive Empfehlung.

Kaufen könnt ihr die Nummer hier und auf Spotify ist es natürlich auch.

@PATRICKTUMA.

KRIEG IM GHETTO: NOTHING WAS THE SAME – DRAKE (ALBUM).

Nothing Was the Same

Nach über einem Monat E-Mails und Nackenklatschern ist es endlich so weit. Deswegen reden wir auch nicht lange drum herum. Unser zweiter Krieg im Ghetto. Hier nach wird nichts sein wie vorher.

@MTTRFCKR:
Vorab: Ich wollte das alles nicht. Ich habe mir nach dem letzten Wortgefecht zwischen Tuma und mir viel Häme anhören müssen, weil ich, da spalten sich die Meinungen, entweder „keine Ahnung“ habe oder „einfach nur anti sein will“. Nun, ein paar Monate und peinliche Kanye-Interviews später, halte ich immer noch an meiner Meinung fest: Ich finde das Album kacke. Tuma hatte eindeutig mehr Leute auf seiner Seite und umso verwunderter bin ich, dass er unbedingt ein neues Battle will. Entweder steht er darauf mich der Öffentlichkeit zum Fraß vorzuwerfen oder sein Unterbewusstsein fordert insgeheim Revanche, da er seit unserem Battle „Yeezus“ kein einziges Mal mehr gehört und unter „gewollte Scheiße“ im Regal eingeordnet hat. Was auch immer seine Intention ist, ich bin ja nicht feige und stelle mich jeder Herausforderung. Die heutige Herausforderung heißt „Nothing Was the Same“ von Drake und so gern ich mal der positive Part eines solchen Wortgefechts wäre, muss ich leider gleich zu Anfang gestehen: Ich finde das Album auch nach mehrmaligem Hören ziemlich langweilig. Ein paar Hits sind definitiv drauf, leider aber auch ein paar Nummern, die ich mal so beschreiben möchte: Sexmusik für Menschen, die keinen Sex haben. Aber der Reihe nach.

1. Tuscan Leather
How much time he spendin on his intro? Das ist die Frage. Der Beat legt gut los und Drake tut es ihm gleich. Ja, auch wenn Kollege @AlibiSW kürzlich twitterte, das Cam‘ron den Beat zerfickt hätte, muss ich zugeben, dass Drake ziemlich nah rankommt und den ersten Verse fast Dipset‘esk meistert. Vor allem wie er reinkommt, gefällt mir gut. Dann aber kommt der zweite Beat und irgendwie komme ich nicht mehr hinterher und Drake dem Beat offensichtlich auch nicht. Auch beim dritten Beatwechsel bzw. Verse habe ich das Gefühl, dass er nur noch weiterrappt, weil es das Konzept des Beats eben so vorsieht und nicht, weil er will oder gar was zu sagen hat. Auf großartige und -kotzige Ansagen im ersten Verse folgen wirres Gesabbel und dann im dritten Verse dieser sentimentale Quark, den Drake halt öfter so von sich gibt und den viele Menschen wohl mögen. Manchmal ist weniger eben mehr und ich hätte mir gewünscht, dass das Intro nach dem ersten Sechzehner aufhört und er eben nicht so viel Zeit darauf spendet. Einfach ein bisschen Angeben, Ansagen machen, sein Parfüm riecht nach Koks und gut. Dann wär’s echt ein guter Einstieg gewesen. So bin ich leider jetzt schon ein bisschen genervt, weil mir sofort wieder einfällt, was mich an Drake schon immer irgendwie gestört hat: Er will zu viele Personen auf einmal sein. Kann er ja eigentlich auch, aber doch bitte nicht in einem Song. Puh.

@PATRICKTUMA:
Vorab: Ich weiß, dass du nicht anti sein willst. Keine Ahnung hast du allerdings für zehn. Und auch wenn ich es nicht gerne mache, stehe ich jetzt mit einer halbautomatischen Handfeuerwaffe in der Wüste vor dir mit deinem Spaten und schaue dir dabei zu, wie du dein eigenes Grab schaufelst. Danach wird es zwar nicht das gleiche sein, aber vielleicht so gut, wie, und damit geht’s los, „Tuscan Leather. Was 40 da für einen Beat rauspfeffert ist wirklich beachtenswert. Whitney Houston rückwärts samplen um dann drei verschiedene Beats aus Samplen von „I Have Nothing“ zu machen, die gleichzeitig genau so zusammengehören, wie auch jeder für sich ihren eigenen Charakter haben, ist für mich beachtenswert. Für mich eines der Instrumentals 2013 überhaupt. Drake verwandelt den Elfer dann auch perfekt, in dem er auf jedem Beat eine andere Stimmung setzt. Den Querschnitt des Albums. Und ehrlich, von mir aus könnte er wirklich eine Stunde da drüber rattern. Killa Cam aber auch gerne. (Gruß an Ali und die Schwänzengäng.)

2. Furthest Thing
Das ist für mich jetzt auch eher einer der schwächeren Tracks. Versteh‘ mich nicht falsch, das ist nicht schlecht, aber einfach nicht neu genug um mich zu faszinieren und nicht gut genug um mich dazu zu bekommen Vergangenen betrunkene SMS zu schicken. Alles schon in besser gehört. Du darfst jetzt gerne das gleiche schreiben. Ich checke noch mal kurz, ob mein Magazin wirklich voll ist.

Ich schreibe gerne das Gleiche. Der Song berührt mich null und da das Album ja auch ein paar mehr Tracks besitzt, müssen wir da jetzt auch gar nicht so viel Worte drüber verlieren. Wenn der Beat wechselt (mal wieder…), wird der Song übrigens noch geil. Ich muss da die ganze Zeit an „The B-Coming“ von Beanie Sigel denken. Ziemlich unterschätztes Album übrigens. Aber hier geht’s ja nicht um Sigel und Unterschätzung sondern um Drake und Überschätzung, also weiter.

3. Started from the Bottom
Das wird kein Kriegsschauplatz. Der Song ist einfach ein Hit. Period. Das Ding wird wahrscheinlich nicht nur die Top Ten in meinen Jahrescharts entern, sondern vielleicht auch noch Jahre überdauern. Drei Minuten pure Hitze. »I wear every single chain even when I‘m in the house« darf meiner bescheidenen Meinung nach in JEDEM Rap Song vor JEDER Hook gesagt werden. Das Video dazu ist übrigens auch perfekt und kämpft auf alle Fälle mit „H.Y.F.R.“ um meinen persönlichen Mondmann für das beste Drake Video.

Wieder der gleichen Meinung. Alles perfekt. Im Schnee aus fahrenden Cabrios springen läuft auch unter meinen Top 10 Hobbies aller Zeiten. Next one.

3. Wu-Tang Forever
Entgegen der allgemeinen Meinung, hat mich dieser, schon vor Release des Albums auf uns losgelassen, nicht enttäuscht. Ich mag diesen Track sehr und habe auch kein Problem damit, dass er kein Wu-Tang Tribut ist. Das Sample ist selbstverständlich großartig und Drake rappt über eine Frau, die gleichzeitig auch das Rapgame ist. Ja, es ist kein revolutionärer Ansatz, gerade wenn man Drake heißt, aber es klingt dann im Gegensatz zu „Furthest Thing“ gut genug um mich zu bekommen. Gleichzeitig bietet der Track dann auch die perfekte Plattform für das darauf folgende „Own It“, einen der Hits auf dem Album. Aber dazu darfst du dann auch erstmal deinen Senf abgeben.

Der Beat ist schön, ja. Der Rest ist mal wieder ziemlich random. Das Lied müsste eigentlich „Nas“ heißen, so oft wie da „It’s yours“ reingeflankt kommt. Jaja, so heißt auch ein Song von Wu-Tang. Ich denke trotzdem alle drei Sekunden gleich fragt jemand „Whose world is this?“. Ist ja auch latz. Der Text… er jammert halt wieder. Es ist echt hart. Er hat so viel Spaß V.I.P.-Bereiche mit seinen Jungs zu zertrümmern. Aber lieben sie auch ihn? Oder lieben sie nur das Zetrümmern von Möbeln? Man weiß es nicht. Drake weiß es nicht. Und es zermartert ihn.

4. Own It
Nas Pt. 2, sozusagen. Es ist Deins! Die ersten zwei Sekunden denke/hoffe ich, dass Bon Iver den Track übernimmt, dann quengelt sich aber doch Drake auf Hall rein und säuselt mal wieder für eine Frau. Mein Highlight: »Next time we fuck I don‘t wanna fuck. I wanna make loooooooove.« Merkt er noch was? Lieber Drake, komm mal bitte klar! Ist ja nicht zum Aushalten. Die goldene Himbeere geht kurz danach an »Niggas talk more than bitches these days«, das Drake mit einem »Just let that sink in« versieht, um die Line dann noch mal zu wiederholen. Ich meine, lasst das mal sacken: Die Hater reden mehr als Schlampen heutzutage! Was für eine Feststellung! Ich muss das wirklich erst mal sacken lassen, denn diese Aussage habe ich erst in 147 anderen Rapsongs gehört. Weiter.

Was Herr Ficker wieder erwartet. Von mir aus könnte er auch Fantasiesprachen blubbern, wenn er so singt. Das ist, was ich von Drake erwarte. Auf diese Beats. Detail und 40 haben da ein krass atmosphärisches Brett hingelegt und ich zweifle an Menschen, die das nicht hören können. Ich finde nicht, dass man über diesen Song großartig diskutieren kann. Ich verstehe ja, dass hier nicht Shakespeare neu geschrieben wird, aber jeglicher Rest ist einfach überragend. Und ehrlich gesagt, klingt alles was du sagst wie ein „Drake the type of nigga…“ Witz ohne Pointe. Dafür – zugegeben – besser artikuliert.

6. Worst Behavior
Leider geht das auf die Kacke hauen hier zwei Strophen lang schief, allerdings wird im letzten Verse dann so geflext, wie ich das hören möchte. Alles mitsamt Referenz auf Verkaufszahlen, Degrassi, jüdische Propheten und Ma$e‘ Zeile „Mo‘ Money, Mo‘ Problems“. Das alles auf einem absoluten Hit von Beat. Leider wie gesagt nur auf einer Strophe, aber die reicht mir dann am End auch. Genau so schön ist aber zu wissen, dass wenn er dir eben zu weinerlich war, du ihn jetzt auf einmal nicht ernst nehmen kannst, weil er zu sehr auf harten Kerl macht. Ich hab‘ doch recht, oder? Du kannst es ruhig zugeben. Ich schaue durch dich durch. Du bist Rap Game Harry Potter sein Umhang.

Ach ja. Ich weiß auch nach dem zigsten Hören nicht, ob ich den Beat geil oder nervig finden soll. Da ich’s immer wieder aushalte wohl eher geil. Mit den ersten beiden Parts gebe ich dir vollkommen recht. Was hat er sich denn dabei gedacht? Die würde ich nicht mal veröffentlichen, wenn „Freestyle (Drunk)“ hinterm Songtitel stehen würde. Im dritten Part geht dafür wirklich umso mehr. Drake in Topform. Technisch jedenfalls, inhaltlich ist das okay. Wobei das Bild, dass er in seinem Wohnzimmer Tennis gegen eine einarmige Serena Williams spielt schon ziemlich stark finde. Ich glaube zwar, dass Drake sogar verlieren würde, wenn Serena nur mit ihrem kleinen Zeh antreten würde, aber das ist ja hier nicht Thema.

7. From Time
Ach, der Dwake. Der Beat geht mir gut rein, der ist schön simpel gehalten. Wenn ich mich nicht irre, habe ich in meinem Fruity Loops Archiv auch noch zwei, drei, die genauso klingen. Hat mal jemand die Nummer von Drake? Textlich finde ich das sogar ziemlich stark. Man muss nicht in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sein, um authentisch von Schicksalen und Problemen berichten zu können. Das ist seine Stärke, eine ziemlich große sogar. Das ist halt der Drake, den ich gerne höre und dem ich auch glaube: Alles nicht so einfach früher, aber hey, heute trage ich Ketten im Haus. Es wird glücklicherweise auch nicht zu weinerlich in dem Track. Nee, finde ich gut. Tuma, übernehmen Sie.

Langsam glaube ich, dass du mich flachsen willst. So richtig doof findest du das gar nicht alles. Aber du willst schon jedem erzählen, dass du es doch ziemlich kacke findest. Natürlich ist das hier auch ein guter Track, was letztlich auch an der wunderbaren Jhene Aiko liegt. Aber wenn du nichts zu Mäkeln hast, dann muss ich halt jetzt. Ja, das ist ein eingängiger Beat, aber ich habe ein Problem damit. Die Platte macht nur unter musikalischen Aspekten betrachtet einige Schritte nach vorne. Das geht einigen Leuten (Ich rede mit dir!) nicht immer optimal rein, aber das kennen wir ja. Manche Leute haben ja auch Probleme damit, wenn man die Drums weglässt („Jambalaya (Mttrfckr Remix)“ mit noch mehr Drums kommt bestimmt!). Zurück aber zu „From Time“. Ich finde betrachtet man den Beat alleine, macht die Platte hier eher sogar einen Schritt nach hinten. Der hätte nicht unbedingt auf’s Album gemusst, wenn auch ein sehr guter Track.

8. Hold On, We‘re Going Home
Ich behaupte mal, wir sind hier beim größten Streitpunkt der Platte. Für viele Hörer und auch für uns beide. Ich komme aus dem Lob eben nicht mehr raus. Für mich ist das die beste Single, die man wählen konnte. Ich habe den Song seit erscheinen mindestens 200 mal gehört und mich noch nicht gegen gehört. Der Beat ist hervorragender 80s Pop und und die Melodie ist einfach unglaublich. Natürlich hat das gar nichts mehr in irgendeiner Form mit HipHop zu tun, dafür ist es für mich DER Popsong dieses Jahres. Und bitte lasst uns das Video vergessen. Ihr dürft jetzt alle auf mich einprügeln.

Warte mal, warte mal. Schau noch mal zurück (auch wenn Xavas dir was anderes sagen) und du wirst sehen, dass ich die Mehrheit der Songs bisher echt nicht so prall fand. So. Und jetzt wird es schwierig für mich. Ach, eigentlich nicht. Weil ich gerne auch mal Fehler eingestehen kann, das macht mich menschlich. Also: Nach anfänglicher, ziemlich obsessiver Hasserei habe ich diesen Song in mein Herz geschlossen. Wirklich. Richtiger Hit. Pop, wie du zwar richtig anmerkst, aber wenn wir ehrlich sind, war Drake nie was anderes und wollte auch nie was anderes sein. Sogar das Video feier ich. Mehr wegen der Optik als der schauspielerischen Fähigkeiten sämtlicher Beteiligter, aber da passt irgendwie alles zusammen. Mag ich. Bin ich ehrlich.

9. Connect
Für die Quote, damit ich hier wieder der Arsch sein kann und damit alle „Team Tumi“ brüllen: Der Song ist einfach kacke. Der Beat dümpelt unmotiviert vor sich hin und Drake ist wieder so krass bemüht. Der Anspruch soft genug für die Mädchen und hart genug für die Kerle zu sein, kann halt nur in die Hose gehen. Wer die Schauspieler aus „Berlin Tag und Nacht“ für echte Persönlichkeiten hält, wird wahrscheinlich auch diesen Mist glauben, aber der aufgeklärte Mensch von heute muss sich doch an den Kopf fassen und laut gen Lautsprecher brüllen: „Aubrey! Auuuubrrrrrey! Was zum verfickten Eistütentattoo im Gesicht willst du bloß? Was willst du dieser Frau sagen? Was willst du uns sagen? Das macht doch alles keinen Sinn!“ Was da auch wieder im dritten Verse an sowohl raptechnisch als auch inhaltlich holperigen Sachen passiert… Nee, das ist nicht geil. Und halt mal Abstand zu deinem Onkel, Aubrrrrrey.

Jetzt hackst du wieder auf einem Song rum, den ich wirklichwirklich liebe. Zunächst dümpelt an diesem Beat gar nichts. Der ist einfach hervorragend, mit wunderbarer Sampleauswahl. Inhaltlich connecte ich auch voll und ganz mit „Connect“ (Wortspielmodus Sonntag 13:30 Uhr). Vielleicht bin ich ein weinerlicher Spasti, aber ich fühle das von Anfang bis Ende. Da gibt’s natürlich jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder Drake ist hier peinlich und ich wäre es dann auch – seien wir aber ehrlich, das ist kompletter Unsinn – oder das ist einfach auf den Punkt gut. Ich wähle also letzteres und gebe folgendes Beispiel: »How every conversation starts with: ‚This time will be different.‘« Been there, done that. Natürlich ist das simpel, aber eben auch wahr. Großartig.

10. The Language
Weiter geht’s mit dem nächsten Brett. Produziert von Boi-1da, einem raptechnisch starken Drake auf zwei Strophen und guten gesungenen Hooks von ihm. Einzig dieses Outro von Birdman ist überflüssig (Déjà vu?).
Inhaltlich die üblichen Themen (Geld, YMCMB, rauchen und vögeln) aber sich darüber zu beschweren halte ich für kompletten Unsinn. Wir mochten all das auf „Take Care“ und jetzt auf einmal reicht es nicht mehr? Jeder dieser Künstler, die wir mögen haben genau diese Songs auf ihren Alben, aber kriegen nicht im Ansatz so viel Dreck dafür wie Drake. Drake ist und bleibt einer der besten im Game und im Prinzip wissen es alle, wollen es aber ungern zugeben. »I am the kid with the motor mouth, I am the one you should worry ’bout.« Stimmt doch, oder Ficker?

Wie Birdman „We‘ll be fine“ kaputtgemacht hat! Danke, dass du mich daran erinnerst. Einfach mal einen bis dahin perfekten Song durch sinnlose Laberei zerstören. Könnte man also mit „The Language“ vergleichen, tu ich aber nicht, denn, Überraschung, ich finde auch diesen Song wieder ziemlich belanglos. Das dröppelt alles so vor sich hin. Ich vermisse auf Albumlänge irgendwie die Energie. Vielleicht hat bei dir schon die Herbstdepression eingesetzt, ich aber bin noch energiegeladen wie am Anfang eines Levels. Ich wollte auch mal einen bescheuerten Wie-Vergleich droppen, verzeih. Das gehört hier gar nicht hin. Was hier hingehört: Langweiliger Song, kickt mich nicht, weiter bitte.

11. 305 to My City
Oh Mann, das geht ja genau so weiter. Ich schlafe gleich ein. Mittlerweile habe ich das Gefühl, diesen oder zumindest einen stark ähnlichen Song schon drei bis vier Mal auf dem Album gehört zu haben. Kann man stringentes Soundbild nennen, kann man aber auch langweilig nennen. Vielleicht sollte er, bevor er ein Album rausbringt, einfach noch mal ein paar Songs streichen und ein galantes 10-Track-Album machen. Dann wär das bestimmt geil, aber so denke ich bei jedem zweiten Song: Füllmaterial. I don‘t get it, get it, get it. I swear I don‘t get it, get it, get it. We‘re not in Wiesbaden anymore.

Du hast es selber schon gesagt, deswegen greife ich das mal auf. Ich finde, man muss es wirklch nicht langweilig nennen und kann es eben beim besagten stringenten Klangbild belassen. Am Anfang war es für mich noch einer der schwächeren Songs, aber nach mehrmaligem Hören des kompletten Albums gehört dieser Song für mich genau dort hin. Da ich mich jetzt trotzdem bemüht fühle, einen Vergleich zu bringen: Hier dröppelt nichts, im Gegensatz zu Rentnerpenissen. Oder deinem. Bestimmt.

12. Too Much
Kommen wir zum unfassbar großartigen und wunderschönen „Too Much“. Eines der Highlights des Albums überhaupt, bei dem einfach alles passt. Das ist ehrlich und ja, es ist emotional. Das ist einer dieser Drake Momente, bei dem ich beim ersten Hören Gänsehaut bekam. Thematisch sind die beiden Strophen, in der ersten geht es um Drakes Karriere und in der zweiten um Familie, weit entfernt und zugleich sehr nah zusammen. Ja, Drake suffert von Success (DJ Khaled-Voice). Er vergisst dabei aber nicht, dass alles viel einfacher ist, als 2009 wo er noch Angst hatte, ob ihn überhaupt jemand live sehen möchte. Fazit in der von Sampha unfassbar gesungenen Hook: »Don‘t think about it too much.« Inhalt und Technik ist hier, genau wie die Produktion simple aber effektvolle Produktion, kein Anstoß zur Diskussion, also lass es einfach. Okay?

Ja, fühle ich. Wirklich, ist ein richtig starker Song. Drake sagt schöne Sachen, rappt schön, schöner Beat, schöne Hook, alles schön. Wie ich eingangs ja sagte: Das ist der Drake, den ich hören will und dem ich auch glaube. Er wirkt reflektiert, ehrlich und sich seiner Stärken und Schwächen bewusst. Und der Song driftet dabei halt nicht in Gejammer ab, was bei Drake halt schon manchmal ein schmaler Grat ist. Nix zu meckern. Weiter.

13. Pound Cake/Paris Morton Music 2
Ja. Mhm. Irgendwie lässt mich der Track zwiegespalten zurück. Aus dem Thema hätte man ein richtig starken Track machen können, auch wenn ich Drake die Nummer mit „in der Schule gehänselt“ nicht so abnehme. Das Hauptproblem an diesem Track sind dann auch eher die Gäste, die die ganze Thematik auf ein Wort zusammenschrumpfen: Geld. Das ist mir ein bisschen zu wenig und irgendwie auch unangenehm. Timbos Refrain ist halt ein Refrain, den auch mein Papa so durch das Telefon hinbekommen hätte und Hov rappt wie immer par exellence, aber der Inhalt ist eben auch mehr „Magna Carta Holy Grail“, also Nebensache. Ich glaube fast, Drake alleine hätte den Track richtig groß gemacht, von mir aus noch mit Timbo in Hook, aber so… so wurde aus einer richtig schönen Torte, die Drake mit richtig viel Liebe und Zuckerherzen verziert hätte, eben ein Pfund Kuchen.
Paris Morton Music ist anstrengend. Halt so ein Interlude. Mehr will ich auch gar nicht dazu sagen, ist besser für uns alle.

Vielleicht hat er damals ja ein paar Nackenschellen bekommen. You been there and done that. „Pound Cake“ finde ich auch wieder extrem stark. Wie so oft bei guter Musik, explizit dieser Hook, oder auch anderer Kunst, denkt das Kleinhirn des kleinen Mannes, er hätte das auch selber machen können. Er selbst oder sein Vater. Oder dessen Bruder. Hat er aber nicht. Ich hätte auch die Hook von „Started From The Bottom“ schreiben können. Habe ich aber nicht. Die Hook passt, mehr interessiert mich nicht. Tatsächlich finde ich auch, dass „Paris Morton Music 2″ mehr ist als einfach nur ein Interlude. Beide Songs gehören wieder genau so zusammen.

14. Come Thru
Außer du sagst jetzt was anderes, möchte ich hier wirklich nicht diskutieren. Der einzig wirklich belanglose Track. Wenn der Beat nach zwei Dritteln noch mal wechselt, wird es wenigstens schön anzuhören. Belanglos ist es trotzdem.

Ich will nicht diskutieren. Ich will das Album nicht mehr hören. Ich will, dass dieses alle zwei Tage an den Laptop setzen und mich schon wieder mit Drake befassen müssen aufhört. In diesem Sinne: Nächter Song bitte.

15. All Me
Ist das ein scheißverfickter Glockenbeat? Ach, nein. Wird ganz soft auf einmal. Ja, der Beat ist nett. „No help, all me, jetzt lasse ich erstmal 2 Chainz rappen!“ Haha, geil. Nee, der Song ist ganz okay, haut mich aber beileibe nicht vom Hocker. Mit einer anderen Hook, also einer, in der noch was passiert und nicht nur die Drums rausgenommen werden, hätte ich den Track vielleicht besser gefunden. Wer weiß. Und ja, ich habe wieder was von fehlenden Drums gelabert, aber, no Yeezus, hier meine ich das anders. Ach so, wenn ich eh schon dabei bin, es mir mit allen zu verscherzen: ein paar wenige Rapper > Big Sean > ein paar weitere wenige Rapper > Drake > jeder andere Rapper > 2 Chainz. Ehrlich, verstehe ich null.

„All Me“ finde ich einen soliden Track auf einem soliden Beat, mit drei guten Strophen und einer soliden Hook. Tatsächlich würde ich gerade aber lieber 2 Chainz reden. 2 Chainz haut konstant ordentliche bis gute bis sehr gute Features raus. Zugegebenermaßen muss ich mir das jetzt auch nicht unbedingt auf Albumlänge anhören, aber er ist technisch ordentlich und vor allem extrem unterhaltsam. Ich verliere die Geduld mit dir.

16. The Motion
Kam ja schon vorab als freier Release und featured wie „Too Much“ Sampha. Wieder genau der Drake den ich liebe. Zunächst passiert auf dem Beat relativ wenig und das ist auch gut so. Aubrey zeigt nämlich wie so oft, dass er so was alleine füllen kann. Mit zwei hervorragenden ehrlichen und technisch einwandfreien Strophen. Ich war von Anfang an in diesen Track verliebt und bin es noch immer.
Der perfekte Abschluss für dieses insgesamt sehr gute Album, von dem du in ein, zwei Jahren sicher anders denken wirst. Ich spiele dir dann sowohl „Yeezus“ als auch das noch mal vor. Freu‘ dich drauf.

Emooootiooooooon! Der Track ist, um es mit deinen Worten zu sagen, solide. Kann ich mir anhören, tut nicht weh, muss ich aber nicht unbedingt so oft hören. Und das habe ich jetzt zu relativ vielen Songs auf diesem Album gesagt.
Abschließend kann ich guten Gewissens zusammenfassen: Wenn ich weinerliche Musik hören möchte, mache ich eine Platte von Tracy Chapman an, wenn ich richtigen Rap hören möchte, mache ich ab und an mal was von Drake an. Aber auf Albumlänge funktioniert das hier alles für mich nicht. Ich fand Take Care um Längen besser. Aber ey, Tumi, es liegt nicht an Drake, es liegt an mir. Wie immer bei Musik. Also hör jetzt auf beleidigt zu sein und… oh, während ich das schreibe, geht das Album wieder von vorne los, das muss ja nicht sein. Warte, kurz ausmachen. Okay, also, wo war ich? Ach ja: Ciao, Digger!

TOP 5: OKTOBER 2013.

Da man das hier ja immer hervorragend als PSA nutzen kann, zwei Dinge jetzt:
1. Das „Nothing Was The Same“ Battle ist eeendlich fertig und wird im Laufe des Tages gepostet.
2. Die wunderbare Nilli ist ab JETZT auch dabei und auf den Straßen erzählt man sich, sie habe schon was vorbereitet. It’s a celebration bitcheeesss!

Zehn Einheiten Musik gibt es natürlich auch. Ab dafür.

@MTTRFCKRs Top 5:

1. Sweet Serenade feat. Chris Brown
2. Echo – Fettes Brot
3. 3005 – Childish Gambino
4. Reflektor – Arcade Fire
5. Taschenlampe – Edgar Wasser & Fatoni

@PATRICKTUMAs Top 5:

1. Suicide feat. Ab Liva – Pusha T
2. Sternenstaub – Johny Space
3. Nosetalgia feat. Kendrick Lamar – Pusha T
4. Hubba Bubba – Johny Space
5. Breathe – Giggs

TOP 5: SEPTEMBER 2013.

Über diesen Monat sind wir uns offenbar sehr uneinig, wenn es darum geht wie viel Qualität denn nun da war. Der Herr Ficker hatte kurzzeitig Probleme fünf Tracks zusammen zu kratzen, während ich wieder zehn Tracks hätte machen können. Deshalb geht das immer noch gute Casper Album diesen Monat bei mir auch leer aus. Trotz „Jambalaya“.
Jetzt bleibt nur noch zu sagen, dass unser „Nothing Was The Same“ Battle ebenfalls in der Mache ist. Auf bald ihr Schwestis und Brudis.

@MTTRFCKRs Top 5:

1. King Push – Pusha T
2. Take Back the Night – Justin Timberlake
3. Ganz schön okay – Casper x Kraftklub
4. Fata Morgana – Nate57
5. Jambalaya – Casper

@PATRICKTUMAs Top 5:

1. King Push – Pusha T
2. Life Round Here feat. Chance The Rapper – James Blake
3. Banger (MOSHPIT) – ScHoolboy Q
4. Illegal, Legal, Egal… feat. Nate57 & T – SSIO
5. Connect – Drake

TOP 5: AUGUST 2013.

Schande auf mein Haupt. Ich bin faul. Die letzten Beiträge hat alle Tuma geschrieben. Aus Rache hat er kurzerhand entschieden, dass seine Top 5 aus zehn Songs besteht, damit ich extra viel Arbeit habe. Und damit auch ja Songs wie die unfassbar schreckliche Single von Drake mit reinkommen. Was soll’s. Wenigstens ist die neue Eminem Single nicht drin gelandet. Ich freue mich übrigens rieseig auf die kommende Single von Justin Bieber und Miley Cyrus. Da geht’s ums Twerken. Ich schweife ab, Top 5 bzw. Top 10 bzw. zusammengerechnet ja sogar Top 15, here we go!

@MTTRFCKRs Top 5:

1. Im Ascheregen – Casper
2. Sunday – Earl Sweatshirt x Frank Ocean
3. Big Bang – Marteria
4. Easy – King Krule
5. Apfelschnitzschneider – Bartek

@PATRICKTUMAs Top 5:

1. Apfelschnitzschneider – Bartek
2. Hold on, we‘re going home – Drake x Majid Jordan
3. Erzähl ma‘/Hater – Capo x Haftbefehl
4. Nuttööö – SSIO
5. Raise your weapons – Stalley
6. Sunday – Earl Sweatshirt x Frank Ocean
7. Im Ascheregen – Casper
8. Murda Something – A$AP Ferg x Wacka Flocka Flame
9. Jumping off Texas – Trinidad Jame$
10. Control – Big Sean x Kendrick Lamar x Jay Electronica